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Geschäftsbericht
der Stiftung West-Östliche Begegnungen für das Geschäftsjahr 2008



1. Erfüllung des Stiftungszwecks

Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Völker­verstän­digung und des Friedens durch Vertiefung und Ausweitung von gut­nach­barlichen Be­ziehungen und Kontakten zwischen Men­schen aus Deutschland und jenen in den neuen un­abhängigen Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjet­union. Ihm wurde im Berichts­zeitraum mit der Förderung, Mit­gestal­tung und Durch­führung von Begegnungs­projekten Rech­nung getragen. Im Mittel­punkt standen die direkten Kontakte zwischen Menschen aus Deutschland und aus Be­larus, der Rus­sischen Föderation, der Ukraine, aus Litauen, Lett­land, Est­land, Armenien, Georgien, Republik Moldau, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Kirgisistan.

2. Fördertätigkeit und Projektgestaltung

Die Stiftung West-Östliche Begegnungen unterstützte im Jahr 2008 bi­late­rale Be­gegnungen und Zu­sammen­arbeit von Schulen, Jugend­gruppen, gemein­nützigen Vereinen und Nicht­regie­rungs­organi­sationen (NRO), aber auch von ehren­amt­lichen Kultur­gruppen und kommunalen Institutionen. Dies erfolgte vorzugsweise über konkrete Projekte mit einer klaren in­halt­lichen Aus­rich­tung, die gemeinsam im In- oder Ausland in einem be­grenzten Zeit­raum ergebnis­orientiert durch­geführt wurden. Dabei kamen Gegen­seitig­keit der Programme und Gleich­rangigkeit in der Trägerschaft als leitende Prinzipien zum Tragen. Auch trilaterale Begegnungen wurden gefördert. Insgesamt bewilligte die Stiftung fast 40 % ihrer Fördermittel für Schüler- und Jugend­be­ge­gnungen und gut 45 % für Be­gegnungen der erwachsenen Bürger. Gerade durch die Vielzahl an kleineren Pro­jekten, die die Stif­tung för­derte, wurde sie unverändert ihrer bürgernahen Intention gerecht.

Mit den Mittelbewilligungen für Anträge aus der Pro­gramm­linie II „Projekt- und themenorientierte Begegnungen“ wurde ins­be­son­dere der Anspruch an eine nach­haltige För­derung von west-östlichen Be­ge­gnungen um­gesetzt, da alle hier ge­förderten Maß­nahmen einem in­halt­lichen Thema ge­widmet waren, zu dem deutsche und aus­ländische Teil­nehmende gemeinsam arbeiteten.

Die nach Programmlinie IV im Jahr 2008 bewilligten und von der Stif­tung mit­ge­stal­teten Sonder- und Kooper­ations­vor­haben dienten ins­be­son­dere dem Auf­bau und der Stär­kung von Schul­part­ner­schaften, von Städte­part­ner­schaf­ten, der Ver­netz­ung und Zu­sammen­arbeit von Bür­ger­org­anisationen und -institutionen zum Themen­schwer­punkt „Nach­haltige Ent­wicklung“ sowie der E­mög­lich­ung ge­gen­sei­tigen Be­ge­gnens und Ler­nens von un­ab­hän­gigen Autoren des nicht­kommerziel­len Films aus west- und ost­europäischen Län­dern. Ein besonderes deutsch-armenisches, ge­ne­ra­tions­über­grei­fen­des Vor­haben war eine Chor­be­ge­gnung in Eriwan, zu der 43 Sänger­in­nen und Sän­ger des St. Petri-Chores aus Ham­burg nach Eriwan reisten, um dort mit dem jüngeren HOVER Chor den Aus­tausch fort­zu­set­zen. Erst­malig fanden gemein­same Kon­zert­auf­tritte in armen­ischen Kir­chen und zudem eine Tagung über liturgische und musikhistorische Probleme beider Länder statt.

Besuch des St. Petri-Chores (Hamburg) in Eriwan vom 4. bis 15. September 2008. Mitglieder des Hoover-Chores und Fritz Tangermann (Mitglied des Kuratoriums der Stiftung)

Mitarbeiter der Deutschen Botschaft treffen Mit­glie­der der beiden Chöre


2008 griff die Stif­tung die schon seit längerem existierende Idee der Durch­führung einer deutsch-ukra­inischen Städte­part­ner­schafts­kon­fer­enz auf und ver­an­stal­tete sie ge­mein­sam mit dem Deutsch-Ukrain­ischen Forum, der Stadt Odessa sowie dem Ukrainisch-Deutschen Forum vom 9. – 12. Oktober des Jahres in Odessa. Mehr als 200 Teilnehmer aus ukrainischen und deutschen Kommunen sowie von Bürgervereinen, Wohltätigkeitsfonds (Stiftungen), wissen­schaft­lichen Insti­tutionen und aus der Politik beider Länder, vom Europarat und der Europäischen Kommission waren der Ein­ladung gefolgt. Der Bot­schafter der Bundes­republik Deut­schland in der Ukraine, S.E. Dr. Hans Jürgen Heimsoeth, würdigte zum Auftakt der Konferenz die Städte­partner­schaften als wichtigen Bestandteil der Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine und sprach sich sehr positiv und mit Nachdruck für die Durchführung dieser und künftiger Städtepartnerschaftskonferenzen aus.

Rathaus in Odessa mit Transparent zur Städte­part­ner­schafts­konferenz

Konferenzteilnehmer im Rathaus der Stadt Odessa

Das ukrainische Fernsehen und die Presse be­richteten über die Kon­ferenz. Der ehe­malige ukrai­nische Minis­terpräsi­dent Herr Kinach, der auch Vor­sitzender des Ukrainisch-Deutschen Forums ist, hat in einem offiziellen Schreiben der Stiftung für die Initiative zur Durchführung der Konferenz und für die finanzielle Unterstützung gedankt und erklärt, dass das Ukrainisch-Deutsche Forum für künftige deutsch-ukrainische Städte­partner­schafts­kon­fer­enzen die Rolle des Koor­dinators auf ukrainischer Seite übernehmen würde.

Podium der Konferenzeröffnung in Odessa, (v.l.n.r.): Dr. Stephan Chrobot (Friedrich Ebert Stiftung), Leiter der internationalen Abteilung in Odessa, Dr. Hans Jürgen Heimsoeth (Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Ukraine), Eduard Gurvitis (Oberbürgermeister der Partnerstadt Odessa), Dr. Helmut Domke (Vorsitzender der Stiftung West-Östliche Begegnungen), Hans Schaidinger (Oberbürgermeister der Partnerstadt Regensburg), Dr. Eberhard Heyken (Deutsch-Ukrainisches Forum)


Pressekonferenz mit Dr. Domke und Dr. Heyken

Konferenzteilnehmer während einer Pause


Im Ergebnis des „Kontakt­seminars für neue deutsch-belarussische und deutsch-ukrainische Schul­part­ner­schaf­ten“, das der Päda­gogische Aus­tausch­dienst gemeinsam mit der Stiftung in Berlin im November 2008 ver­an­stal­tete, entstanden 11 neue Schul­part­ner­schaften.

Neue Schulpartnerschaft der Gesamtschule Horst mit der Schule „Lesja Ukrainka“ in Kiew, Unterzeichnung des Vertrages im Horster Schloss


In Kooperation mit dem Geyserhaus Leipzig e. V. führte die Stif­tung in Leip­zig ihr zwei­tes Dialog­treffen mit Bürger­initia­tiven und Or­ganisationen zur weiteren Quali­fizierung von Partner­schafts- und Projekt­arbeit im sozialen und humanitären Bereich durch. Der Titel lautete „Tschernobyl-Kinder – jetzt Tschernobyl-Erwachsene? Effizienz und Nach­halt­igkeit von west-östlichen Begegnungen im humanitären und sozialen Bereich“. Ins­be­son­dere wurde die bela­russische Sicht auf den Stellen­wert huma­nitärer Hilfs­pro­jekte und sozialer Zusammenarbeit von deutschen Bür­ger­ini­tiativen mit Belarus thematisiert und deren Nach­haltig­keit unter den Frage­stellungen „Was pas­siert nach der humanitären Hilfe und den Er­hol­ungs­auf­ent­halten in Deutsch­land? Und was ist aus den Pro­jekten ge­wor­den?“ dis­kutiert.

Vertreter der Belarussischen Botschaft zu Gast auf dem 2. Dialogtreffen der Stiftung in Leipzig

Förderrichtlinien der Stiftung und Erfahrungen der Geförderten - Antje Sember (Mitglied der Antragskommission der Stiftung), Dr. Helmut Domke im Dialog mit Teilnehmern des Seminars


Die Stiftung war auch Förderin und Mit­ver­an­stal­terin des „14. Euro­päischen Kurz­film­festi­vals un­ab­hän­gi­ger Au­toren und 4. Ber­lin­er­Film­Fensters – gren­zen­los“, das ars cinema berlin e.V. im Ber­liner Kul­tur­zen­trum WABE durch­führte. Das Festival lenkt mit seinen Bei­trägen aus Mittel- und Ost­europa die Auf­merk­sam­keit auf Filme un­ab­hän­gi­ger Au­toren, schafft dem nicht­kommerz­iellen Film der mittel- und ost­eu­ro­päischen Länder ein Forum, eine Mög­lich­keit des in­ter­nationalen Ver­gleichs, eine Stätte der Be­ge­gnung und des Lernens.

Mit den För­der­mitteln der Stiftung wurde für Fil­me­mach­er aus Russ­land, der Ukraine und Ge­orgien, die in ihren Län­dern unter finan­ziell sehr schwierigen Be­ding­ungen mit großem Engagement arbeiten, eine Teilnahme am Forum möglich.

Die Stiftung förderte die Ver­öffent­lich­ung der Doku­men­tation „Mehr als ein Studium …“ des Sym­posiums, das die Ber­liner Freunde der Völker Russ­lands e. V. zum 60. Jahrestag der Grün­dung der Gesell­schaft zum Studium der Kultur der Völker der Sowjet­union, der Vor­läu­fer­or­ga­ni­sa­tion der Ge­sell­schaft für Deutsch-Sowjetische Freund­schaft in der DDR, durchführte.

3. Öffentlichkeitsarbeit und Projektanbahnung

Eine von Herrn Prof. Schützler geleitete Arbeitsgruppe erarbeitete einen „Historischen Abriss der Grün­dungs­ge­schichte der Stiftung WÖB 1990 – 1994“. Das Material ist die Grundlage für die anlässlich des 15. Jubiläums der Stiftung im Jahr 2009 dazu geplante Publikation, mit der die Grün­dungs­ge­schichte der Stif­tung der Öffent­lich­keit übergeben werden soll.

Prof. Dr. Horst Schützler

Mitglieder der Arbeitsgruppe "Gründungsgeschichte der Stiftung"


Am 6. März, dem Vorabend des 14. Euro­päischen Kurz­film­fest­ivals un­ab­hän­giger Au­to­ren lud die Stif­tung Freunde und Ge­schäfts­part­ner der Stif­tung und die Spon­soren des Fest­ivals zu einer west-öst­lichen Be­ge­gnung mit jungen Filme­machern aus den Part­ner­län­dern der Stif­tung ein.

Begegnungsempfang der Stiftung mit jungen Filmemachern im Café "Quchnia" in Berlin Mitte


Ebenfalls im März besuchte der PR-Direktor des World Public Forums „Dialogue of Civilizations“ aus Moskau, be­glei­tet von Bot­schafts­rat Pjatin von der Bot­schaft der Russischen Föde­ra­tion in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, die Stif­tung. Das Forum geht auf eine Ini­tia­tive von Ver­tre­tern der Zi­vil­ge­sell­schaft aus drei Län­dern - Russ­land, Indien und Griechen­land – zurück, die im Jahre 2002 ein in­ter­na­tio­nales Pro­gramm "Dialog der Kulturen" in­it­iierten. Seit 2003 wird all­jährlich im Herbst eine Tagung des Forums durch­geführt, auf dem neue Formen der Zu­sammen­arbeit, der In­ter­aktion, der Kon­flikt­ver­hin­der­ung und der Sich­erung von sta­bilen Ent­wick­lun­gen welt­weit be­ra­ten werden. Der Ver­tre­ter des Forums zeigte sich sehr in­ter­ess­iert an der in­ter­kul­tur­ellen Bil­dungs- und Be­ge­gnungs­arbeit, die die Stif­tung zwischen Deutsch­land und den Ländern der GUS, ins­be­son­dere durch die För­der­ung von Schüler- und Jugend­be­ge­gnungen, er­mög­licht. Die ge­mein­same Durch­führung und Finan­zie­rung von Be­ge­gnungs­projekten wäre vor­stell­bar. Die Kontakte mit dem Forum sollen fortgesetzt werden.

Bei einem Besuch im April 2008 in der Stiftung stellte der Leiter des Goethe-Instituts in Moskau die Arbeit des Instituts sowie einige Projekte in den Part­ner­ländern der Stiftung vor. Das Ge­spräch ergab, dass Kooper­ations­vorhaben mit dem Goethe-Institut im Be­reich von Be­ge­gnungen, wie z. B. Schul­part­ner­schaften, grund­sät­zlich möglich wären.

Im gleichen Monat fand ein Gespräch mit dem Referat Bi­la­ter­aler Schüler­aus­tausch des Pä­da­go­gischen Austauschdienstes, Bonn, in Berlin statt. Thematisiert wurden Möglichkeiten der Zu­sammen­arbeit und die Initiative des Auswärtigen Amtes zur För­derung von Schul­part­ner­schaften in aus­ge­wähl­ten Staaten in Ost-, Süd­ost­europa, in Zen­tral­asien und der Kau­ka­susregion. Da es bisher wenig Schüler­be­ge­gnungen mit diesen Ländern gibt, könnte die Stif­tung ihre Er­fahrungen und Kon­takte mit dem von ihr bisher geförderten Schüler­aus­tausch­maß­nahmen einbringen.


4. Zusammenarbeit mit anderen Stiftungen und Förderern

Neue Kooperationspartner bei Sonderprojekten der Stif­tung waren im Jahre 2008 die Friedrich Ebert Stif­tung, die Konrad Adenauer Stif­tung, das Deutsch-Russische Forum, das Goethe-Institut, die Mawritzki-Stiftung, das Deutsch-Ukrainische Forum, das Ukrainisch-Deutsche Forum, der Pädagogische Austauschdienst, die Katholische Universität Eich­stätt / Zen­tral­in­stitut für Mittel- und Ost­europa-Kunde, die Stadt Regens­burg und die Stadt Odessa. Aus dieser Zu­sammen­arbeit ergaben sich inhalt­liche und finan­zielle Synergien, die zu einer kon­zept­ionellen Be­reich­erung der Pro­jekte und zu einer gemein­samen Finanz­ierung führten.

Dr. Helmut Domke (Vorsitzender des Vorstands) weist die Richtung


Eine Vernetzung und Zusammenarbeit mit Akteuren weiterer Stif­tungen und Geld­gebern der Ost-West-Zusammen­arbeit gelang der Stif­tung durch die Teil­nahme am Deutschen Stif­tungs­tag im Juni 2008 in München sowie mit der Be­tei­ligung an der Arbeit des Lenkungs­aus­schusses und der Tagung des Petersburger Dialogs im Sep­tember 2008 in St. Petersburg.

Im Berichtszeitraum wurde mit dem Inter­na­tionalen Club im Aus­wärtigen Amt e. V. die gemein­same Aus­schrei­bung eines Förder­preises 2009 ver­ein­bart.


5. Stiftungsvermögen, Erträge und Bewilligungen

Der Vorstand befasste sich regelmäßig mit der Be­wer­tung und der Zins­ent­wick­lung der Depot- und Geld­an­la­gen und mit Wieder­an­la­ge­mög­lich­keiten für Stif­tungs­kapital. Eine Her­aus­for­der­ung waren neben den his­to­risch nie­drigen Ren­diten der Wert er­halt­enden sicheren An­lagen der an­halt­ende Zins­aus­fall bei vier Kapital­anlagen sowie die zu real­isie­renden Wäh­rungs­kurs­verluste nach End­fällig­keit von Wert­papieren möglichst gering zu halten. Der Situation be­ge­gnete der Vor­stand auch mit der Gewin­nung von Ko­finan­zierungs­partnern für Pro­jekte zur Er­wei­ter­ung der ei­genen Förder­mittel und mit sparsamer Haus­halts­sführung.

Das Kapital der Stiftung ist im Wesent­lichen in lang­fris­tig ver­zins­liche An­leihen und Wert­pa­piere in­ves­tiert und noch nicht zur Neu­an­lage ge­brach­te Mit­tel und ver­ein­nahmte Zins­er­trä­ge waren 2008 vor­über­ge­hend als Fest­gel­der an­gel­egt oder stan­den als liquide Mittel zur Ver­fü­gung.
In der Jahr­es­rech­nung wird das Kapi­tal zum 31.12.2008 mit rund 16,1 Mio. Euro aus­ge­wie­sen. Ihm stehen Finanz­anlagen mit einem Nominal­kurs­wert von 9.754 T€, liquide Mittel von 4.747 T€ und For­der­ungen aus Zin­sen von 262 T€ ge­gen­über. Im aus­ge­wie­senen Wert­pa­pier- und Fonds­bestand zum 31.12.2008 sind ins­ge­samt stille Lasten von 1.317 T€ enthalten. Die in­fla­tions­be­din­gte Ent­wer­tung des Stif­tungs­ka­pi­tals konnte im Berichts­jahr nicht in vollem Um­fang ver­hin­dert werden. Die stil­len Lasten sind stich­tags­be­zo­gene stil­le Lasten/Reserven aus der Ge­gen­über­stellung des Ver­mögens­an­sat­zes mit dem stich­tags­be­zogenen Kurs­wert.

Die Jahresrechnung 2008 weist laufende Einnahmen von 671 T€ und lau­fen­de Aus­ga­ben von 375 T€ aus. Der Ein­nahme­über­schuss von 296.000 Euro wurde mit Blick auf die rech­ner­ische Deck­ungs­lücke und die Stil­len Lasten in voller Höhe in die Kapi­tal­er­halt­ungs­rück­lage ein­ge­stellt.

Im Berichtsjahr wurden 157 Anträge in das Be­willi­gungs­ver­fahren zu­ge­las­sen. Für 98 Maß­nahmen konnten För­der­mit­tel in Höhe von ins­ge­samt 254.255 EUR be­willigt werden.

Für die Ablehnung von Anträgen gab es u. a. fol­gen­de in­hal­tliche und for­melle Gründe:

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das Vorhaben konnte nicht der gewählten Programmlinie der Stif­tung zu­ge­ord­net werden oder die Art der ge­planten Maß­nahme ist von der För­der­ung aus­ge­schlossen

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eine Projektkonzeption war nicht erkennbar und Nach­fra­gen der Stif­tung blie­ben un­be­antwortet

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die Gegenseitigkeit der Beziehungen und /oder die Vor­aus­setz­ungen für eine adäquate Be­ge­gnung gleich­ran­giger Part­ner waren nicht gegeben

-

das beantragte Projekt war bereits mehrfach ge­för­dert worden

-

die eingereichten Unterlagen waren in hohem Maße un­voll­ständig

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eine Finanzierung durch angemessene Eigen­be­teili­gung oder durch öffent­liche oder andere pri­vate Geld­geber war aus­reichend ge­geben

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fehlende Fördermittel

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bereits weitere Anträge des Fördersuch­en­den wurden be­willigt

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es wiederholt erhebliche Abrechnungsprobleme mit dem Träger gab oder immer noch gibt


2008 kamen 211.352 Euro für die Er­füllung des Stiftungs­zwecks, Projekt­an­bahn­ung und Öffent­lich­keits­arbeit zur Aus­zahl­ung. Die übrigen Aus­ga­ben sind Aus­ga­ben für Per­sonal und soziale Auf­wen­dun­gen, Stift­ungs­organe, Mieten, Be­triebs­kosten, Wirt­schafts­prüfer, Beratungs­kosten und Depot­gebühren.

Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Errichtung bis zum Jahr 2008 rund 3.800 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtfördervolumen von rund 8,8 Mio. Euro unterstützt.



Bewilligte Projekte 2008

Förderung nach den Programmlinien der Stiftung


Förderung nach der Art der Begegnung


Förderung nach Partnerländern der Stiftung



Projekte der Bewilligungsempfänger nach deutschen Bundesländern





Bewilligte Projekte 2008 [download als PDF-Datei ]


6. Externe Prüfung

Die Stiftung lässt ihre Jahres­rech­nung jähr­lich durch einen ex­ter­nen Wirt­schafts­prü­fer prüfen. Diese umfasst gemäß § 8 Abs. 2 des Berliner Stif­tungs­ge­setzes (i. d. F. vom 22. Juli 2003) auch die Er­halt­ung des Stif­tungs­ver­mögens und die satz­ungs­ge­mäße Ver­wen­dung des Stif­tungs­ka­pi­tals. Die Prüfung 2008 der satz­ungs­ge­mäßen Ver­wen­dung der Stif­tungs­mittel und der Ein­halt­ung der satz­ungs­ge­mä­ßen Er­for­der­nisse, steu­er­be­gün­stigt tätig zu werden, hat keine Ein­wen­dungen er­ge­ben.



Gedenken an den Ehrenvorsitzenden Prof. Dr. Dr. Harry Wünsche

Die Stiftung trauerte 2008 um den Ehrenvorsitzenden der Stiftung und langjährigen Vorsitzenden des Kuratoriums Prof. Dr. Dr. Harry Wünsche, der im Mai d. J. verstarb. Professor Dr. Wünsche hatte entscheidenden Anteil daran, dass mit der Errichtung der Stiftung West-Östliche Begegnungen im Jahre 1994 finanzielle Mittel, zu denen seinerzeit Millionen von Mitgliedern der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft in der DDR beigetragen haben, erhalten geblieben sind und heute im vereinten Deutschland eine dauerhafte Grundlage bilden für die Förderung von Begegnung und Verständigung mit Menschen in den auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion neu entstandenen Staaten und Ländern. Mehr als zehn Jahre lang hat er als Vorsitzender des Kuratoriums das Profil und die Arbeit der Stiftung geprägt, ihr seine Kompetenz und seine Erfahrung zur Verfügung gestellt und sie bis in die letzten Tage seines Lebens hinein engagiert und mit großer Aufmerksamkeit begleitet. Zu Ehren von Prof. Wünsche führte die Stiftung und die Kanzlei Harms Hasskarl Melzer am 10. Juni 2008 eine Gedenkfeier im Palais am Festungsgraben in Berlin durch.