|
|
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
15 Jahre Stiftung |
|
„Begegnen und Verstehen – Austausch erwünscht“ – seit 15 Jahren fördert die Stiftung West-Östliche Begegnungen vielfältige Begegnungen zwischen Menschen aus Deutschland und den Partnerländern der Stiftung Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Lettland, Litauen, der Republik Moldau, der Russischen Föderation, Tadschikistan, Turkmenistan, der Ukraine und Usbekistan. Mit insgesamt rund 9 Millionen Euro hat sie mehr als 4.000 Projekte von meist kleinen zivilgesellschaftlichen Initiativen und Nichtregierungsorganisationen, Bürger- und Jugendgruppen, Schulen, Städten und Gemeinden mit den o. g. Ländern gefördert.
Am 29. Oktober 2009 feierte die Stiftung ihren 15.
Geburtstag mit Partnern und Freunden,
Botschaftsvertretern und Gästen aus ihren
Partnerländern, geförderten Initiativen sowie mit
den Mitgliedern des Internationalen Clubs im
Auswärtigen Amt in dessen Räumlichkeiten über den
Dächern Berlins.
|
|
|
|
Der 29.
Oktober begann mit einem
Frühstücksempfang am Sitz der Stiftung
im Haus Deutscher Stiftungen mit Mitgliedern der Stiftungsgremien,
des Internationalen Clubs im
Auswärtigen Amt, geförderten Initiativen und
Projektorganisatoren. Frau von Halem
und Herr Dr. Domke begrüßten die
Gäste. |
|
|
|
|
|
Danach ging es mit den Festgästen unter der pädagogischen Führung von Kuratoriumsmitglied Herrn Tangermann zum Reichstag, zum Brandenburger Tor und mit einer Schiffstour durch die historische Mitte Berlins zum Auswärtigen Amt. Dort hatte der Internationale Club mit Frau Bliedung eine exzellente Führung durch das Haus organisiert. |
Die Festveranstaltung zum 15. Stiftungsjubiläum
wurde von Herrn Dr. Domke, Vorsitzender des
Vorstands der Stiftung
eröffnet. Die Vertreter der Ukrainischen,
Tadschikischen und Belarussischen Botschaften
verlasen Grußbotschaften.
|
|
|
|
Herr Schlagheck begrüsst |
Herr Dr.
Domke eröffnet |
|
|
|
|
Herr Grund, Mitglied des Deutschen
Bundestages, |
Im Internationalen Club im Auswärtigen Amt |
Anlässlich des Jubiläums der Stiftung wurde
der
Förderpreis 2009 „Partnerschaft und nachhaltiges
Bürgerengagement in der west-östlichen
Zusammenarbeit“, den der Internationale Club im
Auswärtigen Amt e. V. in Zusammenarbeit mit der
Stiftung ausgeschrieben hatte verliehen.
Von den
eingegangen 31 Bewerbungen waren zehn in die
engere Wahl gekommen, von denen die Jury unter
Leitung von Bundesminister a. D. Herr Dr. Stolpe
die beiden Preisträger ausgewählt hatte.
Die Jury: Herr Dr. Domke, Frau Bliedung,
Herr Dr. Stolpe, Frau von Halem, Herr
Tangermann
|
Der 1. Preis in Höhe von 7.000 EURO wurde in Würdigung und Anerkennung des außergewöhnlichen Engagements für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kriegsveteranen, NS-Opfern und Waisen in Jekaterinburg und Tscheljabinsk, für eine dauerhafte Versöhnung zwischen Deutschen und Russen, für „eine Welt ohne Kriege“, sowie für beispielhafte Wege von der humanitären Hilfe zu partnerschaftlichem Handeln der Völker an die Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland e. V., Dresden verliehen. |
|
|
|
Der 2. Preis in Höhe von 3.000 EURO ging an MOVIEMIENTO e. V., Berlin, für das Projekt 2008 „Moving Baltic Sea“. Er würdigt die außergewöhnliche zivilgesellschaftliche Initiative, gemeinsam mit 13 Partnerorganisationen aus 5 Anrainerstaaten der Ostsee mit einer multinationalen Schiffs- und Begegnungstour entlang der Ostseeküste für den Umweltschutz im Ostseeraum einzutreten. |
|
|
|
|
Glückwünsche und Dank auch den 10
besten |
Ehrenurkunde für Brigida Melzer, |
|
|
|
|
Anlässlich ihres 15. Jubiläums gab die Stiftung
die Publikation „Die Stiftung West-Östliche
Begegnungen – ein kurzer Abriss ihrer
Gründungsgeschichte“ heraus. Sie wurde auf
Anregung des langjährigen Vorsitzenden des
Kuratoriums
Professor Dr. Harry Wünsche von Professor Dr.
Horst Schützler in Zusammenarbeit mit zahlreichen
Zeitzeugen und nach intensiver Recherche in
entsprechenden Bundesarchiven aufgearbeitet und
schriftlich verfasst.
|
|
|
|
Die Stiftung erinnert damit im 20. Jahr des Falls der Mauer an die bewegende Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche und Transformationsprozesse, die Anfang der neunziger Jahre ihre einmalige Gründungsgeschichte im turbulenten Spannungsfeld zwischen Schwinden und Beginn, zwischen Altem und Neuem prägten.
Im Jahr
2009 wurden 116 Begegnungsprojekte mit
Armenien, Belarus, Estland, Georgien, Kasachstan,
Kirgisistan, Lettland, Litauen, der Republik
Moldau, der Russischen Föderation, Tadschikistan
und der Ukraine
von der Stiftung gefördert, mitgestaltet oder
durchgeführt.
Schüler,
Jugendliche, Bürgergruppen und –initiativen aus
ganz Deutschland konnten so zu ihren Partnern in
Osteuropa und Zentralasien – oder diese nach
Deutschland - reisen,
andere Kulturen und Gesellschaften erleben, über
alte und neue Grenzen hinweg Kontakte knüpfen oder
pflegen, Fremdsprachen damit lebendig werden
lassen und die Perspektive wechseln. Das Interesse
quer durch die Gesellschaft ist groß, die
europäische Vielfalt zu erfahren, die bisher noch
nicht so bekannten östlichen Länder einfach einmal
„aus der Nähe“ kennen zu lernen. Wie leben unsere
Nachbarn, deren Gesellschaften zum einen sehr der
unsrigen ähneln und mit ihr viele geschichtliche
Gemeinsamkeiten haben, zum anderen jedoch oftmals
„mit dem Verstand nicht zu verstehen sind“?
Von den bewilligten 116 Projekten hatten
61,21 % Russland und Belarus als Partnerländer
oder als Thema. Mit 40,52 % war die Russische
Föderation das Land mit den meisten geförderten
Vorhaben. In
Deutschland kam 2009 die größte Zahl der
Bewilligungsempfänger aus den Bundesländern
Berlin, NRW und Sachsen. 34,48 % der Anträge
wurden für Fördersuchende aus den neuen
Bundesländern, 21,55 % aus Berlin und 43,97% für
Träger aus den alten Bundesländern bewilligt.
Im Berichtszeitraum verdoppelte sich gegenüber dem
Vorjahr die Zahl der unterstützten Erstbegegnungen
bzw. der neuen Bewilligungsempfänger. So wurden
fast alle Anträge von Schulen berücksichtigt, die
am Schulpartnerschaftskontaktseminar teilgenommen
hatten, das vom Pädagogischen Austauschdienst 2008
gemeinsam mit der Stiftung durchgeführt worden
war.
So reisten z. B. Mitglieder des
Gehörlosenvereins Ludwigslust e. V. mit einer
finanziellen Förderung aus der Programmlinie I zum
ersten Mal nach Kasan, um die Tatarische Abteilung
der Gesamtrussischen Gehörlosengesellschaft kennen
zu lernen (P 47/09). Der AFS Interkulturelle
Begegnungen e.V., Hamburg, führte einen ersten
Austausch der im langfristigen
Gastschüleraustausch mit Russland engagierten
Ehrenamtlichen aus Deutschland und Russland in
Hamburg und Nishni Nowgorod durch (P 4/09).
Fördermittel aus der Programmlinie II
ermöglichten, dass sich Schüler des
Da-Vinci-Campus Nauen und der Mittelschule Nr. 89
aus Duschanbe in Nauen treffen konnten, um die
Gründung einer deutsch-tadschikischen Schülerfirma
zu vollziehen. Die Gesellschaft der Moldauer in
Deutschland e. V., Berlin, initiierte die
Begegnung des Akkordeonensembles der Berliner
Joseph Schmidt Musikschule mit moldauischen
Schülern des Musikgymnasiums in Chisinau, in deren
Rahmen die Schüler ein Konzert gemeinsam
einstudierten und aufführten, am Schulunterricht
teilnahmen und in Familien untergebracht waren (P
62/09). Der Verein Eine Welt e. V., Leipzig reiste
ebenfalls im Rahmen der Programmlinie II mit 20
deutschen Jugendlichen nach Samara, um dort
gemeinsam mit dem russischen Partnerverein in zwei
sozialen Bauprojekten zur Unterstützung
marginalisierter Gruppen zu arbeiten (107/09). Mit
Unterstützung des Vereins „Tschernobyl 1986 –
Kinder in Not e. V.“, Erfurt, konnten durch eine
Förderung aus der Programmlinie III zwei Vertreter
der 4. Staatlichen Sonderschule, Gomel, nach
Erfurt kommen, um mit der Emil-Petri-Schule in
Arnstadt einen Partnerschaftsvertrag abzuschließen
(P 121/09).
Für die Bewilligung von Fördermitteln waren
Initiierung und Anschub partnerschaftlicher
Beziehungen zwischen Institutionen zweier Länder,
bestehende Partnerschaften, Gegenseitigkeit der
Begegnungen, ergebnisorientiertes gemeinsames
Arbeiten sowie die Langfristigkeit und
Nachhaltigkeit in der Zusammenarbeit entscheidende
Bewilligungskriterien.
Schul- und Städtepartnerschaften bilden stabile
Rahmen für eine langfristige Zusammenarbeit und
waren deshalb auch 2009 Schwerpunkte der
Förderung. Mit 26 Bewilligungen konnten
schulpartnerschaftliche Begegnungen und mit rund
25 Förderentscheidungen städtepartnerschaftliche
Beziehungen unterstützt werden. So trug z. B. die
Förderung der III. Internationalen Suhler
Städtepartnerschaftskonferenz (P 126/09), der
ersten Reise der Stadt Bogen nach Sortavala in
Karelien (P 50/09) oder des ersten Gegenbesuchs
von Partnern aus Tscherkassk bei der
West-Ost-Freundschaftsgesellschaft im Saarland (P
49/09) dazu bei, Partnerschaften zwischen Städten
anzubahnen und diese im Fall des Projektes in Suhl
auch in die Beziehungen zu weiteren ausländischen
Partnerstädten der deutschen Stadt
einzubinden.
Höhepunkte des Engagements der Stiftung im Bereich
kommunaler Partnerschaft waren die Beteiligung an
der Organisation und Mitgestaltung der X.
Deutsch-Russischen Städtepartnerschaftskonferenz
im Juni 2009 in Wolgograd, der VII.
Deutsch-Belarussischen
Städtepartnerschaftskonferenz im Oktober 2009 in
Mogiljow sowie des deutsch-russischen Seminars
„Zivilgesellschaft – Freiheit – Verantwortung“ im
März 2009 in Kaluga. Durch eine anteilige
Finanzierung der Fahrt- und Unterkunftskosten
ermöglichte die Stiftung den Vertretern
nichtstaatlicher Institutionen eine gleichrangige
und gleichberechtigte Teilnahme an den
Konferenzen.
|
|
|
|
|
|
|
|
Mogilev |
Begrüßung
an der Gedenkstätte |
|
|
|
|
|
Stilles Gedenken |
Arbeitsgruppe Bildung |
Die Stiftung pflanzt einen Baum |
Die Partnerschaftsbeziehungen und Vernetzung zwischen deutschen, belarussischen und ukrainischen nichtstaatlichen Organisationen förderte die Stiftung mit der finanziellen Unterstützung der Partnerschaftskonferenz 2009 des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund in Geseke.
Neue Kooperationspartner der Stiftung waren 2009 der Internationale Club des Auswärtigen Amtes e. V., die Belarussische Gesellschaft für Freundschaft mit dem Ausland, Minsk, die DEFA-Stiftung, Berlin, sowie die Universität Eichstätt. Zum ersten Mal kooperierte die Stiftung mit dem „Grantmakers East Forum“, dessen Jahreskonferenz 2009 in Zusammenhang mit dem 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer in Berlin stattfand. Dieses Stifterforum Ost des Europäischen Stiftungszentrums in Brüssel vereint Stiftungen, die in Mittel- und Osteuropa und in den Ländern auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR aktiv sind. Die Stiftung West-Östliche Begegnungen nahm als eine der wenigen deutschen Stiftungen daran teil und als einzige, die in 15 der 30 Mitgliedsländer des Stifter-Forums tätig ist. Sie leitete eine Arbeitsgruppe zum Thema „Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit in den Beziehungen und Begegnungen zwischen Ost und West“ und leistete als Vertreterin des Gastgeberlands auch einen finanziellen Beitrag zu den Programmkosten.

Herr Schickhaus, stellv. Vorsitzender des
Vorstands,
moderiert den Workshop der Stiftung
Weitere Vernetzung mit anderen Stiftungen und
Akteuren der Ost-West-Zusammenarbeit erfolgte auf
dem „Tag Deutscher Stiftungen“ im Mai 2009 in
Hannover sowie durch die Teilnahme am Petersburger
Dialog im Juli 2009 in München.
Auf dem Weg zur X. Deutsch-Russischen
Städepartnerschaftskonferenz in Wolgograd führten
der Vorsitzende des Vorstands und die
Geschäftsführerin Arbeitsbesuche bei der
Friedrich-Ebert-Stiftung und dem „World Public
Forum“ (WPF) in Moskau durch. Die
Geschäftsführerin nahm im Oktober 2009 auf
Einladung des WPF an der Jahrestagung in Rhodos
teil, zu der über 500 Persönlichkeiten von allen
Kontinenten angereist waren. Sie vertraten
gesellschaftliche Institutionen, Hochschulen, die
großen Religionsgemeinschaften oder nahmen als
Experten von Rang und Namen teil. Für das WPF ist
der Dialog zur gegenseitigen Anerkennung der
kulturellen Traditionen und nationalen
Besonderheiten als Politikmodell der wirksamste
Weg zur Lösung von Konflikten und für das Handeln
zwischen den Gesellschaften. Wichtige Themen des
Forums waren daher der Dialog der Zivilisationen,
die Rolle nichtstaatlicher Akteure bei der
Politikgestaltung und die Auswirkungen der
nationalen kulturellen Unterschiede auf den
politischen Dialog zwischen Ost und West. Dies ist
eine Brücke zur Arbeit der Stiftung West-Östliche
Begegnungen und ein wichtiger Impuls für die
Fördertätigkeit auf der Grundlage von Dialog und
Partnerschaft.
|
|
|
|
World Public Forum „Dialogue of Civilizations“, 8. – 12. Oktober 2009, Rhodos |
|
Der Vorstand befasste sich regelmäßig mit der
Bewertung und der Zinsentwicklung der Depot- und
Geldanlagen und mit Wiederanlagemöglichkeiten für
Stiftungskapital. Der Finanzausschuss führte dazu
verschiedene Treffen mit Geldinstituten
durch.
Eine Herausforderung waren auch 2009 die
Entscheidungen zur Neuanlage frei gewordener,
bisher gut verzinster Stiftungsmittel in Zeiten
der Wirtschaftskrise
sowie die
Aufgabe, die Realisierung von Kursverlusten nach
Endfälligkeit von Wertpapieren möglichst gering zu
halten. Hierbei waren zahlreiche Beratungen mit
den Banken und weitsichtige Entscheidungen zum
Zeitpunkt von Vermögensumschichtungen
erforderlich.
Der nicht einfachen finanziellen Situation im
Berichtszeitraum begegnete der Vorstand mit der
Gewinnung von Kofinanzierungspartnern für Projekte
und mit sparsamer Haushaltsführung, um auch einem
angemessenen Verhältnis zwischen den für
satzungsmäßige Leistungen eingesetzten Mitteln und
den gesamten Ausgaben für die laufende Tätigkeit
gerecht zu werden. Insbesondere gehörten
d
ie Einstellung einer Rücklage zur Erhaltung des
Stiftungskapitals für das Jahr 2009 aus Mitteln
des Einnahmeüberschusses und die Entscheidung,
einen Teil der Einnahmen aus einer Investition
thesaurieren zu lassen, zu den Bemühungen,
finanzielle Verluste und das Anwachsen der
Inflationsrate zu kompensieren.
Ferner beriet der Vorstand
die
Aktualisierung der Grundsätze der Anlagestrategie.
Denn sie muss trotz fallender Zinssätze die
Einnahmen der Stiftung sichern und soll auf einer
konservativen Anlagepolitik, kostengünstigen
Verfahrensweisen und einer Streuung der
Kapitalanlagen auf 3 – 5 Banken basieren. Die
Frage der Aufnahme von ethisch-sozialen Kriterien
in die Grundsätze fand noch keine abschließende
Klärung und blieb damit als Auftrag für weitere
Überlegungen.
In der Jahresrechnung 2009 wird das
Kapital der Stiftung einschließlich Mittelvortrag
zum 31. Dezember mit rund 16.135 T€ ausgewiesen.
Es
ist im Wesentlichen in langfristig verzinsten
Anleihen, Wertpapieren und in liquiden Mittel
angelegt. Noch nicht zur Neuanlage gebrachte
Mittel und vereinnahmte Zinserträge wurden 2009
vorübergehend als Festgelder gehalten. Im
Wertpapier- und Fondsbestand zum Stichtag
31.12.2009 sind insgesamt stille Lasten von 191 T€
enthalten. Sie sind stichtagsbezogene stille
Lasten aus der Gegenüberstellung des
Vermögensansatzes mit dem stichtagsbezogenen
Kurswert.
Die Jahresrechnung 2009 weist laufende Einnahmen
von 659 T€ und laufende Ausgaben von 409 T€ aus.
Der Einnahmeüberschuss von 250 T€ wurde mit Blick
auf die rechnerische Deckungslücke und die stillen
Lasten in voller Höhe in die
Kapitalerhaltungsrücklage eingestellt.
Die inflationsbedingte Entwertung des
Stiftungskapitals konnte im Berichtsjahr nicht in
vollem Umfang verhindert werden. Durch die
jährliche Steigerung des Preisindex für die
Lebenshaltung wäre eine Rücklage für
Substanzerhaltung von 3.232 T€ notwendig. Unter
Einbeziehung der Kapitalerhaltungsrücklage, der
negativen Ergebnisse aus Vermögensumschichtungen,
der thesaurierenden Zinsen, der stillen Lasten und
bei rechnerischer Berücksichtigung des
Mittelvortrags verbleibt eine rechnerische
Deckungslücke von 1.424 T€. Dies ist eine
wesentliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, in
dem die Deckungslücke noch 2.556 T€ betrug.
Im Berichtsjahr 2009 wurden 176 Anträge in das
Bewilligungsverfahren zugelassen. Für 116
Maßnahmen konnten Fördermittel in Höhe von rund
290 T€ bewilligt werden.
Für die Ablehnung von
Anträgen gab es u. a. folgende inhaltliche und
formelle Gründe:
|
- |
eine Finanzierung durch angemessene Eigenbeteiligung oder durch öffentliche oder andere private Geldgeber ausreichend möglich war |
|
- |
das Vorhaben nicht der gewählten Programmlinie der Stiftung zuordenbar war |
|
- |
die Konzeption der Maßnahme unzureichend war |
|
|
keine Projektkonzeption erkennbar oder diese unzureichend war und Nachfragen der Stiftung unbeantwortet blieben |
|
- |
das beantragte Projekt bereits wiederholt gefördert worden war |
|
- |
die Art der geplanten Maßnahme von der Förderung ausgeschlossen ist, wie z. B. multinationale Veranstaltungen, einseitige Seminare der politischen Bildung, einseitige Exkursionen ohne Partner, Konzertreisen, karitative Erholungsmaßnahmen |
|
- |
die Gegenseitigkeit der Beziehungen und/oder die Voraussetzungen für eine adequate Begegnung gleichrangiger Partner nicht gegeben waren |
|
- |
bereits weitere Anträge des Fördersuchenden bewilligt wurden |
|
- |
es wesentliche Abrechnungsprobleme in vergangenen Jahren mit dem Träger gab. |
Von den 116 bewilligten Vorhaben wurden im Jahr
2009 an 24 Projekte aus folgenden Gründen keine
Fördermittel ausgezahlt:
|
- |
die Träger hatten eine bessere Projektfinanzierung von anderen Geldgebern erhalten und die Stiftung über den Nichtabruf der Fördermittel informiert |
|
- |
die Vorhaben waren abgesagt worden, so dass die Mittel nicht benötigt bzw. aus begründetem Anlass auf das Jahr 2010 übertragen wurden |
|
- |
die Verwendungsnachweise lagen zwar zum 31.12.2009 vor, jedoch die Mittelzahlungen erfolgen erst 2010 |
|
|
die bewilligten Gelder waren bis zum 31.12.2009 weder abgefordert bzw. abgerechnet noch lagen Informationen über die Durchführung der Maßnahme vor. |
Zu den mit Stiftungsmitteln finanzierten und im
Berichtszeitraum durchgeführten 92 Vorhaben 2009
kamen noch weitere vier im Jahr 2008 bewilligte
Projekte, die erst 2009 stattfanden und das
Stiftungsprojekt „Historischer Abriss der
Gründungsgeschichte der Stiftung West-Östliche
Begegnungen“.
Im Jahr 2009 betrugen die abgerufenen und
gezahlten Mittel für die Projektförderung rund 232
T€. Diese Summe umfasst:
|
- |
die Förderung von 97 Vorhaben aus dem Jahr 2009 |
|
- |
Zahlungen für weitere 20 Maßnahmen aus den Jahren 2007 und 2008 nach Abrechnung |
|
- |
die Saldierung von Mittelrückzahlungen aufgrund von Projektveränderungen als Ergebnis der Abrechnung von 3 Bewilligungsempfängern |
Mit den Ausgaben für die Förderung der o. g. Projekte, für Projektanbahnung und Öffentlichkeitsarbeit kamen im Jahr 2009 insgesamt 252 T€ für satzungsmäßige Leistungen in Erfüllung des Stiftungszwecks zur Auszahlung.
|
Programmlinien der Stiftung |
2009 |
2008 |
|||
|
Anzahl |
% |
Anzahl |
% |
||
|
I. |
Erstbegegnungen |
23 |
19,83 |
9 |
9,18 |
|
II. |
Projektorientierte Begegnungen |
52 |
44,83 |
51 |
52,04 |
| III. |
Bürgerengagement und Netzwerkbildung |
18 |
15,52 |
12 |
12,25 |
| IV. |
Sonderprojekte und Kooperationsvorhaben |
12 |
10,34 |
13 |
13,26 |
| V. |
Sympathieprogramm Partnerland |
10 |
8,62 |
12 |
12,25 |
| VI. |
SP Gastschuljahr Osteuropa Zentralasien |
1 |
0,86 |
1 |
1,02 |
| Gesamt |
116 |
100,00 |
98 |
100,00 |
|
|
Teilnehmende/Bereich der Begegnung |
2009 |
2008 |
||
|
Anzahl |
% |
Anzahl |
% |
|
|
Schüler und Schulpartnerschaften |
26 |
22,41 |
18 |
18,37 |
|
Jugendliche (außerschulisch) |
24 |
20,69 |
19 |
19,39 |
|
Kultur |
16 |
13,80 |
8 |
8,16 |
|
sonstige Bürgerbegegnungen |
50 |
43,10 |
46 |
46,94 |
|
Soziale und humanitäre Hilfe |
-- |
-- |
7 |
7,14 |
|
Gesamt |
116 |
100,00 |
98 |
100,00 |
|
Partnerländer |
2009 |
2008 |
||
|
Anzahl |
% |
Anzahl |
% |
|
|
Russische Föderation |
47 |
40,52 |
22 |
22,45 |
|
Belarus |
24 |
20,69 |
31 |
31,63 |
|
Estland, Lettland, Litauen |
11 |
9,48 |
3 |
3,06 |
|
Ukraine |
17 |
14,66 |
16 |
16,33 |
|
Tadschikistan, Kirgistan,Georgien, Armenien, Republik Moldau |
10 |
8,62 |
15 |
15,31 |
|
Maßnahmen mit mehreren Ländern des Fördergebietes |
7 |
6,03 |
7 |
7,14 |
|
Inland |
-- |
-- |
4 |
4,08 |
|
Gesamt |
116 |
100,00 |
98 |
100,00 |
|
Bundesland |
2009 |
2008 |
2007 |
|
Baden Württemberg |
4 |
3 |
8 |
|
Bayern |
5 |
3 |
4 |
|
Berlin |
25 |
20 |
35 |
|
Bremen |
1 |
1 |
2 |
|
Brandenburg |
6 |
8 |
17 |
|
Hamburg |
3 |
3 |
4 |
|
Hessen |
4 |
2 |
3 |
|
Mecklenburg Vorpommern |
6 |
3 |
6 |
|
Niedersachsen |
8 |
11 |
8 |
|
NRW |
16 |
9 |
20 |
|
Saarland |
2 |
1 |
-- |
|
Sachsen |
14 |
14 |
22 |
|
Sachsen Anhalt |
6 |
1 |
5 |
|
Rheinland Pfalz |
3 |
-- |
4 |
|
Schleswig H. |
5 |
8 |
8 |
|
Thüringen |
8 |
11 |
15 |
|
Gesamt |
116 |
98 |
158 |
Die Stiftung lässt ihre Jahresrechnung jährlich durch einen externen Wirtschaftsprüfer prüfen. Diese umfasst gemäß § 8 Abs. 2 des Berliner Stiftungsgesetzes (i. d. F. vom 22. Juli 2003) auch die Erhaltung des Stiftungsvermögens und die satzungsgemäße Verwendung des Stiftungskapitals. Die Prüfung 2009 der satzungsgemäßen Verwendung der Stiftungsmittel und der Einhaltung der satzungsgemäßen Erfordernisse, steuerbegünstigt tätig zu werden, hat keine Einwendungen ergeben.
Vorstand und
Mitarbeiterinnen der Stiftung 2009:
Dr. Helmut Domke, Wolfgang Dik, Ute Sühring,
Dr. Martin Kummer, Jochen Weitzel,
Monika Tharann und Klaus Schickhaus
*) Elina Sattarova, Solistin der Kindertanzgruppe "Sitoracho" der Deutsch-Tadschikischen Gesellschaft e.V., Berlin"